… soll Karl Valentin gesagt haben. Und sehr wahrscheinlich war an dieser Aussage zu jeder Zeit etwas Wahres dran.
Theresa MacPhail schreibt am 14. Januar 2026 im Guardian „We are living in a time of polycrisis. If you feel trapped – you’re not alone“, dass wir alle in einer Polykrise leben und wenn wir uns wie in einer Falle oder Sackgasse fühlen, dann wären wir nicht allein.
Sie zitiert aktuelle, auch neurowissenschaftliche Studien, wie die Wahrnehmung einer Polykrise unsere Hoffnungen und unsere Zuversicht auf eine bessere Zukunft beeinflussen. Sie fragt eindringlich, wie es nun möglich ist, die Zukunft zurückzubekommen. Sie schlägt vor, weiterhin konkrete Pläne für die Zukunft entlang unsere persönlichen Werte zu machen und gleichzeitig diese Pläne angesichts der aktuell unsichereren Situation im Umfeld flexibler zu halten und mehr Mitgefühl mit uns selbst an den Tag zu legen, wenn diese Pläne sich nicht verwirklichen.
In einem Workshop des SKalaCampus einige Tage später zitierte Daniel Gögelein Nina Kathrin Wienkoop mit folgenden Worten „Hoffnungslosigkeit ist das einzige Gefühl, das man nicht motivieren kann“. Das ist bitter, aber wichtig. Hoffnungslosigkeit ist eine Sackgasse: Frustrierte Menschen lassen sich wieder mobilisieren.
Dieser Artikel aus dem Guardian und das Zitat haben mich als Coach und Psychologin berührt, denn sie sind in Resonanz gegangen mit einigen meiner Wahrnehmungen über in zurückliegenden Gesprächen mit Coachingklient/innen und Coach-Kolleg/innen, die ich nun mit einer ergänzten Perspektive neu für mich „einordne“.
Insbesondere bei einigen Executive Coaching-Klient/innen im Raum Stuttgart, deren Unternehmen in großen Transformationen stecken, macht sich eine mir bislang unbekannte Stimmungslage breit, die ich nun mit einer leisen, in sich gekehrt-deprimierten, leicht frustrierten „Melancholie“ bezeichnen möchte. Einem Gefühlszustand, in dem ein Mensch bedauernd erkennt, dass die eigenen Hoffnungen in die Zukunft für beruflichen Aufstieg und persönlichen Wohlstand nicht so schnell (wenn überhaupt) durch diese strukturelle Transformation in der Region in Erfüllung gehen könnte.
Einige regelmäßige Leser/innen dieses Blogs erinnern sich vielleicht, dass ich mich seit Herbst 2024 intensiv mit den Inhalten der Initiative „My New Good Life“ als Coach auseinandersetze.
Auf diesem Wege erlebe und erfahre ich einige zentrale Elemente von My New Good Life unmittelbar als Coach:
- Unterstützung dabei, eine positive Zukunft zu visualisieren und damit gegen das Gefühl des „Gefangenseins im Jetzt“ anzugehen
- Förderung von Resilienz, aktiver, akzeptierender Hoffnung und Gestaltungswille, auch wenn sich Lebensbedingungen im außen durch die Polykrise ändern
- Community und gegenseitiger Austausch als ein wirksamer Weg, kollektive Erfahrungen von Unsicherheit zu teilen und zu verarbeiten
Im Augenblick arbeite ich daran, diese Erfahrungen in Workshops und Coachings zu integrieren – unter dem Motto: "Raus aus der lähmenden Unsicherheits- und Krisenfalle – Rein in eine neue Selbstwirksamkeit und Handlungskompetenz.“ Und so könnte mein Training "Work-Life-Balance" nochmal einen ganz neuen Fokus bekommen.
Stay tuned.
Nachtrag Mitte Februar 2026: Mittlerweile gibt es ein konkretes Angebot "My New Good Life - Transformation", welches auf diese tiefergehend-existentielle Frage eingeht. Neugierig geworden? Dann sprechen Sie mit mir!
(AMS)
