Dieser Satz ist mir in der vergangenen Woche beim Kaffeekochen am Morgen als Werbung für ein Möbelhaus im Radio SWR1 zufällig begegnet – und dieser Satz hat mich hat mich den ganzen Tag bewegt und beschäftigt.
Ist es wirklich so einfach - ein paar neue Möbel in die Wohnung - in einer Welt, die sich gerade alles andere als einfach anfühlt.
Und doch lohnt es sich, innezuhalten.
Denn während draußen die Schlagzeilen von Krisen, Kriegen und gesellschaftlicher Polarisierung geprägt sind – und nicht wenige Menschen sagen: „Die Welt ist verrückt geworden“ – entsteht genau hier eine entscheidende Frage: Wenn die Welt „da draußen“ ver-rückt geworden ist, wie steht es um meine (innere) Welt: Meine eigenen Werte, meine Berufung, meine Gedanken über diese Welt – meine eigenen (Neu-) Justierung in dieser „verrückt“ gewordenen Welt.
Zwischen Außenwelt und Innenwelt
Die Aussage „Die Welt ist verrückt geworden“ ist mehr als eine beiläufige, humorvoll gemeinte Bemerkung. Sie beschreibt ein reales Erleben von Überforderung. Komplexität, Unsicherheit und Dynamik haben deutlich zugenommen – auch in Organisationen und im individuellen Alltag.
In meiner Coachingpraxis erlebe ich häufig, dass Menschen genau an diesem Punkt innehalten: Zwischen dem Gefühl von Kontrollverlust im Außen und dem Wunsch nach Stabilität im Innen.
Und hier beginnt die eigentliche Bedeutung der eingangs zitierten Werbebotschaft.
„Mach dein Zuhause schöner“ ist – systemisch betrachtet – keine Aufforderung zur Oberflächlichkeit und zur Flucht in „Schöner Wohnen“. Es ist eine Einladung, gleichsam eine Aufforderung zur Gestaltung des eigenen Einflußbereich – in der Innenwelt und in der Außenwelt..
Das „Zuhause“ neu gedacht
Zuhause ist mehr als ein Ort.
Zuhause ist ein Zustand.
- Wie denke ich über mich selbst?
- Wie gehe ich mit meinen Emotionen um?
- Welche inneren Bilder, Glaubenssätze, Werte, Hoffnungen prägen mein Handeln?
- Wie reflektiere ich die äußeren Entwicklungen im Hinblick auf meine Zukunftswünsche und -hoffnungen?
In der systemischen Perspektive, wie wir sie bei C!CERO Organisationsentwicklung GmbH leben, steht der Mensch als eigenständiges, kreatives System im Mittelpunkt – mit der Fähigkeit, sich zu entwickeln und zu verändern.
Das bedeutet: Auch wenn die Welt „Kopf steht“, bleibt die Möglichkeit, das eigene innere Zuhause bewusst zu gestalten.
„Das innere Lächeln“ – und warum es schwerer geworden ist
Eine Yogalehrerin sagte kürzlich: „In diesen Zeiten ist es zunehmend schwieriger geworden, das innere Lächeln zu behalten.“
Ich halte diesen Satz für zutiefst ehrlich. Denn das „innere Lächeln“ ist kein Dauerzustand – und schon gar keine Pflicht. Es ist vielmehr Ausdruck von Verbundenheit, Klarheit und innerer Balance. Und genau diese Balance scheint ins Wanken zu geraten, wenn äußere Unsicherheit dauerhaft präsent ist.
Die Konsequenz?
Viele Menschen funktionieren – aber sie gestalten nicht mehr. Sie reagieren – statt bewusst zu entscheiden. Eine Beobachtung, die auch Corey Keyes in seinem Buch „Languishing. How to feel alive again in a world that wears us down” und in seinem Vortrag beim der Konferenz in Innsbruck im Jahr 2024 vertieft hat.
Vom Reagieren zum Gestalten
Hier setzt Coaching an. Nicht als schnelle Lösung. Sondern als strukturierter Raum für Reflexion und bewusste Entwicklung.
Programme wie „My New Good Life – Transformation“ eröffnen genau diesen Raum:
Eine begleitete Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgestaltung in Zeiten multipler Krisen.
Aus eigener Erfahrung und aus der Arbeit mit Coaching-Klient/innen weiß ich, wie kraftvoll ein solcher Prozess sein kann: Ein klar strukturierter Ansatz zur Lebensgestaltung kann gerade in einer „Metakrise“ Orientierung und konkrete Wirkung entfalten.
Welche Möglichkeiten eröffnet dieses Coaching?
Menschen, die sich auf diesen Weg einlassen, berichten häufig von drei zentralen Veränderungen:
1. Klarheit statt diffusem Unbehagen: Was genau belastet mich – gerade und konkret? Und was liegt tatsächlich in meinem Einflussbereich?
2. Handlungsspielräume statt Ohnmacht: Wo kann ich gestalten – auch im Kleinen?
3. Ein neues Verständnis von „gutem Leben“: Nicht als Idealbild. Sondern als individuell stimmige, tragfähige Lebensgestaltung.
Zurück zur Ausgangsfrage: Ist die Welt verrückt geworden?
Vielleicht. Oder zumindest komplexer, schneller und weniger berechenbar.
Doch genau deshalb gewinnt der eingangs zitierte Satz an Tiefe:„Wenn die Welt Kopf steht, mach dein Zuhause schöner.“
Nicht im Sinne von Rückzug. Sondern im Sinne von bewusster Selbstführung.
Denn ein stabiles inneres Zuhause ist keine Flucht vor der Welt.
Es ist die Voraussetzung dafür, in ihr wirksam zu bleiben.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Antwort auf die gefühlte „Verrücktheit“ unserer Zeit: Nicht die Welt sofort verändern zu wollen – sondern bei sich selbst zu beginnen.
Mit Klarheit.
Mit Haltung.
Und – wenn es gelingt – auch wieder mit einem leisen, echten inneren Lächeln (AMS)
