Rückblick 2025 – Erkenntnisse, die Wirkung entfalten.
Ausblick 2026 – Veränderungen, die gestalten.
Jahresrückblicke sind für mich mehr als ein Innehalten zum Jahresende. Jahresrückblicke sind eine Einladung zur professionellen Selbstklärung:
- Was hat gewirkt?
- Was hat mich gefordert?
- Und was davon möchte ich bewusst in die Zukunft mitnehmen?
2025 war ein Jahr hoher Dynamik – geprägt von zunehmend volatiler Komplexität in Organisationen, beschleunigter technologischer Entwicklung und steigenden Erwartungen an Führung, Beratung und Coaching. Gerade in solchen Zeiten zeigt sich, dass Professionalität nicht in Aktionismus entsteht, sondern in Haltung, Reflexionsfähigkeit und bewusster Gestaltung.
Dieser Rückblick bündelt meine fünf zentralen Erkenntnisse aus dem Jahr 2025 – und leitet daraus meine konkreten Veränderungsabsichten für 2026 ab. Nicht als Bilanz im Sinne von „mehr geschafft“, sondern als klärende Orientierung für nachhaltige Wirksamkeit angesichts der aktuellen weltweiten Herausforderungen und Krisen.
Zentrale Erkenntnisse aus 2025
1. Wirksamkeit entsteht durch Präsenz in unterschiedlichen Kontexten
Das Jahr war geprägt von intensiver Arbeit in vielfältigen Formaten: Einzel- und Team-Coaching, Organisationsentwicklung, Mentor Coaching, Coaching Supervision, Kommunikations-Trainings sowie Community-Arbeit – in Präsenz, hybrid und online. Diese Vielfalt hat die eigene Praxis geschärft.
Erkenntnis: Unterschiedliche professionelle Kontexte vertiefen mein systemisches Verständnis, da sie durch mein klares professionelles Coaching-Mindset verbunden sind.
2. Ethik und Standards sind ein lebendiger Prozess
Die Auseinandersetzung mit den neuen ICF-Kernkompetenzen und den neuen ethischen Standards in der kollegialen weltweiten Community – machte deutlich: Ethik ist kein Regelkatalog, sondern eine fortlaufende Reflexionsleistung, der sich die junge Profession „Coaching“ regelmäßig stellt.
Erkenntnis: Gerade angesichts von KI, Digitalisierung und wachsender Marktdynamik braucht professionelles Coaching Räume für ethische Klärung und verantwortungsvolle Positionierung.
3. Lernen und persönliche Entwicklung bleibt Grundlage professioneller Relevanz
Weiterbildungen und fachliche Vertiefungen (u. a. Team Coaching, Führung in Komplexität, KI im Change-Kontext) waren 2025 integraler Bestandteil der Arbeit.
Erkenntnis: Professionelle Reife zeigt sich nicht im Abschluss von Lernprozessen (und mehr Zertifikaten), sondern in der Bereitschaft, neugierig und offen zu bleiben und sich berühren und irritieren zu lassen.
4. Community stärkt Qualität und Wirksamkeit
Mentor Coaching, Coaching Supervision und intensives Engagement in professionellen Netzwerken (ICF Foundation Board of Trustees, My New Good Life) haben erneut bestätigt: Entwicklung und Wirksamkeit ist kein individueller Akt, sondern das Ergebnis von gemeinsamer Co-Kreation.
Erkenntnis: Die Qualität professioneller Arbeit steigt dort, wo Erfahrung geteilt, reflektiert und gemeinsam weiterentwickelt wird.
5. Haltung braucht Selbstreflexion und bewusste Begrenzung
Neben hoher Aktivität war 2025 auch ein Jahr bewusster Selbstklärung: Wo entsteht echte Wirkung – und wo lediglich Betriebsamkeit?
Erkenntnis: Nachhaltige Professionalität entsteht aus der Balance von zielorientiertem Engagement, reflektierter Klarheit und achtsamer Selbstfürsorge.
Veränderungsabsichten für 2026 – vom vertieften Erkennen zum konkreten Gestalten
Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich für mich fünf bewusste Entwicklungsimpulse für das kommende Jahr:
- Vertiefung vor Ausweitung: Fokus auf ausgewählte zukunftsrelevanter Themenfelder, um Tiefe weiter vor Breite zu stellen.
- Präsenz und Sichtbarkeit durch fachliche Impulse: Mehr Raum für fundierte Reflexion, fachliche Beiträge/Podcasts und Dialogformate.
- Strukturiertes Community-Lernen stärken: Weiterentwicklung von Mentor- und Supervisionsformaten, die kollektives kollegiales Lernen systematisch unterstützen.
- Ethik als Gestaltungsprinzip verankern: Ethische Fragestellungen noch stärker in die praktische Arbeit mit Organisationen und Führung integrieren.
- Nachhaltige Arbeitsweisen kultivieren: Klare Prioritäten, bewusste Pausen und reflektierte Entscheidungen als Grundlage langfristiger Wirksamkeit.
Call-to-Reflection – eine Einladung an die Leser/innen dieses Blog-Beitrags
Zum Abschluss eine Einladung zur eigenen Reflexion:
- Welche Erkenntnisse hat Ihnen das Jahr 2025 gebracht – fachlich, persönlich, professionell?
- Wo haben Sie Wirkung erlebt – und wo vielleicht nur Bewegung?
- Welche Veränderungsabsichten möchten Sie bewusst in das Jahr 2026 mitnehmen?
- Wo und wie möchten Sie im Jahr 2026 wirksam sein und werden?
Vielleicht liegt die wichtigste Entwicklung nicht im Hinzufügen neuer Aufgaben, sondern im klareren Gestalten dessen, was bereits da ist. (AMS)
Foto von Jon Tyson auf Unsplash
