048 IntrovisionCoaching (1)

Persönlicher Erfahrungsbericht

Im November 2016 referierte Ulrich Dehner im Rahmen des ICF Chapters Stuttgart über „IntrovisionCoaching“. Und als der Teil „Input“ zu Ende war, schlug er vor, die Methode „IntrovisionCoaching“ vor Ort an einer/einem Freiwilligen zu demonstrieren. Da habe ich mich doch freiwillig gemeldet (obwohl ich in der Rolle als Veranstalterin des Abends war). Und hier beginnt später mein Erfahrungsbericht. Aber - erst eines nach dem anderen - erst die Theorie, dann die Praxis! 

 

Was ist IntrovisionCoaching?

Ulrich Dehner erläuterte zunächst die Hintergründe und Motive der Entwicklung von IntrovisionCoaching aus den Ursprüngen der Introvision (vgl. Universität Hamburg, Pädagogische Psychologie). Coaching wirkt üblicherweise durch Reflexion und der Entwicklung alternativer Verhaltensoptionen in unterschiedlichen Kontexten – und manchmal stößt ein Coachee mit dieser methodische Herangehensweise des Coachings an die Grenzen, die nicht für die Bearbeitung tieferer Muster oder Blockaden, welche einen inneren Alarm auslöst, optimal geeignet ist.

„Warum sich Menschen unter Druck so (irrational) verhalten, wie sie sich verhalten, hat mit dem Wesen des Alarms zu tun: Der Sinn jedes Alarms ist es, den Menschen zu schnellem und entschlossenem Handeln zu bewegen“ (Ulrich Dehner & Renate Dehner, 2016, IntrovisionCoaching, ManagerSeminare, S. 58).

Die Metapher vom “Dampfkochtopf“ machte anschaulich deutlich, dass sich IntrovisionCoaching nicht auf „Dampf ablassen“ bzw. dysfunktionale Bewältigungsstrategien bezieht, sondern auf die Regulation der Hitze der Herdplatte unter dem Dampfkochtopf.

IntrovisionCoaching bezieht sich auf Grundkonzepte der Transaktionsanalyse (Persönlichkeitsmodell, Lebens-Skript) und leitet sogenannte Kernimperative ab, die mit „hilflos“, „wertlos“, „nicht liebenswert“ und „Sterben“ beschrieben werden.

 

Wie geht „IntrovisionCoaching“?

Eine Voraussetzung für das Gelingen des IntrovisionCoaching ist das Üben der sogenannten „weiten Wahrnehmung“, die achtsame, konstatierende Wahrnehmung von Körper, Gefühlen und Gedanken.

IntrovisionCoaching läuft in folgenden Schritten ab – mit dem Ziel, dass der Alarm nachhaltig „gelöscht“ wird und beim nächsten typischen Auslösereiz Gelassenheit entsteht:

  • Problemanalyse
  • Analyse der Imperative
  • Herausarbeiten des Imperativ bedrohenden Satzes
  • Einüben der achtsamen, wertfreien Beobachtung
  • Sitzen mit dem Alarm, der den Satz auslöst (mehrere Tage/Wochen)

 

Meine persönliche Erfahrung mit IntrovisionCoaching

In wertschätzender, ausgesprochen zielorientierter und gleichsam eleganter Art und Weise arbeitete Ulrich Dehner eine geeignete Formulierung für den Auslöser meines Alarms aus (Arbeitstitel „Umgang mit Feedback“).

An dem Abend stellte Ulrich Dehner meine persönliche Anleitung für IntrovisionCoaching, in der der Auslöser meines Alarms mehrfach genannt wurde, zusammen, die mit Hilfe eines Smartphones aufgezeichnet wurde. Diese Anleitung wurde mir digital zugeschickt mit der Instruktion, mehrere Tage/Wochen einmal täglich diese, für mich personalisierte Anleitung in der „weiten Wahrnehmung“ zu hören. Entscheidend für die intensive Wirkung dieser Intervention war die konkrete und ausgesprochen treffende Formulierung des Alarmauslösers und das mehrwöchige „Sitzen“ und Hören des Bandes, bei dem durchaus auch intensive Gefühle ausgelöst wurden.

Schon gut zwei Wochen nach dem Chapterabend im November 2016 konnte ich während eines Seminars die Wirkung unmittelbar spüren und wahrnehmen: Teilnehmerreaktionen in einem Seminar, die mich vorher innerlich „auf die Palme“ gebracht hätten und mir wahrscheinlich einigen Schlaf geraubt hätten, wurden „nur“ präsent und achtsam registriert. Dieses Teilnehmerverhalten löste überraschenderweise keinen Alarm aus. Das bedeutet eine wirkliche Entlastung für mein Arbeitsleben, für die ich ausgesprochen dankbar bin.

 

Persönliches Fazit:

Wenn es um innere Blockaden und tieferliegende Muster geht, dann unterstützt diese Methode einen Menschen wirksam und nachhaltig, entspannt und gelassen auf die früheren Alarmauslöser antworten zu können, also eine empfehlenswerte und effektive Stress-Prävention! (AMS)

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