040 Provokativer Ansatz (2)

Provokativ – das kann doch jede/r?!

Der erste Impuls ist „Stimmt, jede/r hat in seinem Leben schon einmal provokative Sätze ausgesprochen.“ Und was war die unmittelbare Wirkung beim Empfänger? Überraschung, Erstaunen, Frustration, Ärger, Zorn, Tränen …

Spricht meine Schwiegermutter oder mein Chef jetzt wieder mit mir, weil sie/er den feingeschliffenen und hintergründigen Charakter der Provokation (natürlich erst nach jahrelanger Therapie!) endlich verstanden und verinnerlicht hat? Oder ist mit der scharfen und persönlich verletzenden Provokation der Kontakt zum Empfänger unwiderruflich abgebrochen?

 

Provokation ist nicht gleich Provokation.

 

Deshalb: An dieser Stelle ein fröhliches, den Jurist/innen zugeschriebenes „Es kommt darauf an!“ Und worauf kommt es an?

Auf die Grundhaltung zwischen dem Sender und dem Empfänger einer Provokation: Ist diese Grundhaltung positiv und liebevoll? Ist es wirklich die Absicht des Senders, sich humorvoll über das Problem des Empfängers lustig zu machen?

Welche Bilder und Metaphern löst der Sender mit seinen Worten aus, um dem Empfänger das Absurde der Situation/des Problems zu verdeutlichen – um somit das Problem zu relativieren.

Und was passiert beim Empfänger, wenn er ein wirklich treffend, überzeichnetes humorvolles Bild gezeichnet bekommt? Der Empfänger reagiert spontan und emotional.

Vielleicht lacht der Empfänger aus Selbst-Erkenntnis. Oder der Empfänger beginnt lautstark zu protestieren, dass seine Situation doch nicht so „hilf- und hoffnungslos“ ist, er geht also in Widerstand zur Behauptung …

Ohne Emotion und (Motiv-) Aufregung keine Veränderung! 

Eine gelungene Provokation kann für den Empfänger der Beginn einer wunderbaren Freundschaft mit neuen, weniger selbst-schädigenden Denkmustern und Verhaltensweisen sein. (AMS)

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