045 Sich selbst belügen

Nun, wenn die Lüge gegenüber anderen so alltäglich und allgegenwärtig ist, wie steht es dann um die „Lüge“ im Hinblick auf die eigene Person – das „sich selbst etwas vormachen“? Kann/darf/muss ich mir selbst „glauben“ oder gehe ich mir hin und wieder selbst auf dem sprichwörtlichen Leim?

Die Psychologie erklärt die Ursache von Selbsttäuschung mit der angestrebten raschen Reduzierung von kognitiver Dissonanz (Definition):  

  • Durch nicht Wahrnehmen bzw. abstreiten
  • Veränderung von Verhalten und Einstellungen
  • Gezielte Suche von dissonanzreduzierender Informationen

Sandra Maxeiner  und Fanny Jimenez veranschaulichen diese internen dissonanzreduzierenden Prozesse humorvoll und pointiert.

Ein tiefenpsychologischer Erklärungsansatz sind die von Anna Freud beschriebenen Abwehrmechanismen: Weil das eigene Selbstbild in Gefahr ist, werden Fakten anders gedeutet (nach Albert Newen). Das heißt, die Selbsttäuschung dient dem persönlichen Wohlbefinden und ist Teil des psychischen Immunsystems eines Menschen.

Klaus Wilhelm weist auf die Untersuchungen des US-Psychologen R. Baumeister hin: „Demnach werden Menschen, die stark zur Selbsttäuschung neigen, vielfach als innerlich unruhig und unentspannt wahrgenommen. Die Selbsttäuschung verführe Menschen dazu, unglücklich zu bleiben, statt sich mit der Ursache ihres Missbefindens auseinanderzusetzen – und es möglichst aus der Welt zu schaffen.“

Der US-Evolutionsbiologe Robert Trivers vertritt folgende These „Wir belügen uns selbst, um unsere Mitmenschen besser belügen zu können“, da der Lügner an seine eigene Lüge wirklich glaubt und so möglicherweise verräterische Signale besser verbirgt - um sich so evolutionäre Vorteile zu verschaffen. 

 

 

 

 

 

 

 

Jochen Mai erweitert den Blick auf den persönlichen Selbstbetrug, der zum Karrierekiller im Job werden kann:

  • „Meine gute Arbeit spricht für sich selbst
  • Ich komme nicht weiter, also muss ich härter arbeiten
  • Ich habe einen krisensicheren Job
  • Ich bin nicht auf Jobsuche. Mein Xing-Profil ist gerade nicht wichtig
  • Ich warte auf den richtigen Zeitpunkt, um etwas zu ändern
  • Die Details sind mir egal. Ich will nur wissen, was ich zu tun habe
  • Ich habe es versucht, und es hat mal wieder nicht geklappt
  • Hätte ich etwas anderes studiert, würde ich jetzt mehr verdienen
  • Ich bin erfolgreich. Die Kollegen können mich deswegen nicht leiden“

Und was diese Erkenntnisse über die alltäglichen Lüge und den Selbstbetrug im Hinblick auf die Zusammenarbeit in einem Team und/oder die Arbeit als Coach bedeutet, wird im nächsten Blogbeitrag an gleicher Stelle beleuchtet. (AMS)

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Kommentare: 10
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